Computer und Gesundheit

Text 1:

Von Mausarmen und Kugelrücken

Von Ruth Kornberger

Anthony Borba ist Computerspiele-Tester für große Firmen wie Sega oder Konami. Kurz bevor ein Spiel auf den Markt kommt, spielt er es bis zu 16 Stunden am Tag und sucht nach Fehlern. Einmal hat er sogar 30 Stunden am Stück geschafft!

Blutunterlaufene Augen und Alpträume gehören zu seinen Berufskrankheiten.
Aber auch tückische Schmerzen in Händen und Armen. Darüber klagen viele Menschen, die häufig und lange am Computer arbeiten oder spielen.

 

Der Mausarm

Wenn über Stunden dieselbe Bewegung ausgeführt wird, zum Beispiel Klicken mit der Maus oder langes Tippen auf der Tastatur, machen Gelenke, Muskeln und Sehnen irgendwann nicht mehr mit. „Mausarm“ nennen die Ärzte das.

 

Was hilft?

Damit das Spielen keine bleibenden Schäden hinterlässt, solltet ihr regelmäßige Pausen einlegen. Zehn Minuten genügen schon um den Körper verschnaufen zu lassen. Im Internet finden sich Übungen, mit denen ihr Rücken, Schultern, Arme und Hände lockern könnt. Auch den Augen tut es gut, mal auszuruhen und aus dem Fenster zu sehen.

Wichtig ist auch, dass ihr einen Computerplatz benutzt, der auf eure Größe eingestellt ist. Vom Blick auf den Monitor solltet ihr weder Nackenstarre noch einen Kugelrücken bekommen. Maus und Tastatur sollten bequem zu bedienen sein.

Text 2:

Totgespielt / Spielsüchtig

Totgespielt

 

Im Oktober 2002 ging ein Südkoreaner in ein Internetcafé in seiner Stadt. Er wollte spielen.

Das tat er. Genau 86 Stunden lang. Dann brach er tot zusammen. Er hatte kaum geschlafen, gegessen oder getrunken und war schließlich an Erschöpfung gestorben.

 

Zum Glück ist das ein Einzelfall. Computerspielen ist normalerweise keine lebensbedrohliche Beschäftigung. Trotzdem warnen Experten: Computerspiele können süchtig machen!

 

 

 Spielsüchtig

„Dieses Spiel hat mein Leben zur Hölle gemacht“, schreibt eine 17-jährige Amerikanerin in einem Diskussionsforum zum Fantasy-Rollenspiel „EverQuest“. In der achten Klasse habe sie damit angefangen, immer öfter die Schule geschwänzt und ihre Freunde verloren, weil sie vor lauter Spielerei keine Zeit mehr für sie hatte.
„Meine Eltern haben meinen Computer weggeworfen“, berichtet sie, „aber ich habe immer wieder einen neuen aufgetrieben, auf dem ich weiterspielen konnte.“

 

Darion, 16 Jahre, schreibt im selben Forum, dass er zwölf Stunden pro Tag am Computer spielt und ständig übermüdet sei. Er nehme sich vor, andere Dinge zu tun, käme aber einfach nicht davon los. „Es ist doch bloß ein Spiel“ ,antwortet ihm ein anderer User, „wenn du damit nicht aufhören kannst, ist das dein Problem.“
Das ist leicht gesagt, aber anscheinend doch nicht so einfach. Was macht Computerspiele bloß so faszinierend?